Mrz 182012
 

Seit etwa drei Monaten beschäftige ich mich intensiv mit Linux. Grund dafür ist ein Abteilungswechsel bei meinem Arbeitgeber. Ich bin dort öfters in einer Abteilung die mit Ubuntu arbeitet. Zudem programmiere ich dort mit Python und es dreht sich eigentlich alles um Open-Source.

Aus diesen Gründen wollte ich Privat auch auf Linux umsteigen. Private besitze ich einen DELL XPS 17 mit einem i7 (2720QM), 16GB RAM und zwei mal 640GB HD. Mit diesem Gerät sollte also mein Vorhaben realisiert werden.

Ubuntu

Zuerst installierte ich natürlich mal das selbe Ubuntu wie im Büro. Die Version 10.04 passte mir schnell nicht mehr. Ich bin eine Person die gerne aktuelle Software und Versionen einsetzt. Nicht immer ein Vorteil, aber das ist halt mein Ego. Ich will immer einer der höchsten gutfunktionierenden Versionen installiert haben. Also ging es hoch zur Version 10.10 und dann 11.04. Die Ubuntu Systeme sind sehr leicht zu installieren und zu warten. Auch das Softwarecenter macht es einem einfach alles mögliche zu finden.

Zudem gefiel mir der GNOME Desktop nicht. Wirklich nicht. Und was mit Unity geboten wird ist noch viel schwächer. Es musste also eine andere Distribution her.

Kollege Hardcore Linux erzählte mich dann mal was von Rolling-Release Linux Distributionen. In meinen Ohren tönte das natürlich wunderbar.

Arch Linux

Mein, wie erwähnt, Hardcore Linux Arbeitskollege nutzt privat Arch Linux. Also schaute ich mir diese Version mal an. Kurz: Zu heftig für mich. Ich will eigentlich eine Arbeitsumgebung und nicht ein OS das ich mir zuerst lange zusammen installieren muss. Wenn man Arch Linux installiert hat startet mal fast gar nichts. Einfach nur ein Linux, einfach nur eine Konsole. Punkt. Wenn man KDE oder GNOME will muss man sich selbst darum bemühen. Ne, dass geht mir zu weit. Aber es gibt sicher irgend welche Distributionen die das Konzept Rolling-Release mit Arch Linux nutzen aber gleich mit einem KDE Desktop.

Chakra

Schnell findet man dann im ein Linux mit dem Namen Chakra. Das basiert auf Arch Linux, also ein Rolling-Release mit KDE. Genau was ich gesucht habe. Ging auch einfach zu installieren und wie erwartet mit KDE. Ich nutzte das Teil dann eine Weile. Was mich aber schnell störte ist schlicht die Tatsache das man jede Einstellung in irgend welchen Konfigurationsdateien machen muss. Klar, ein echter Linuxer hat damit auch keine Probleme. Ich will mich doch nicht mit solchen Sachen rumschlagen. Nur schon das Mounten von irgend welchen Windows Partitionen, NFS Freigaben vom SAN oder sonstigem, artet in Stunden von Arbeit aus. Klar, man lernt es. Aber, will ich das? Will ich wissen wie man das in der Konfigurationsdatei machen muss um so was banales zu machen wie mich mit einem Laufwerk oder einer Freigabe zu verbinden? Nein, will ich nicht wirklich. Damit kann man nämlich Tage verbraten ohne das man wirklich was sinnvolles gemacht hat.

Zudem musste ich feststellen das der original Open-Source Grafiktreiber unter KDE immer wieder Darstellungsfehler hat. Mit dem externen Monitor, der via HDMI, andere Anschlüsse habe ich nicht, verbunden ist, kam er nicht wirklich zurecht. Also habe ich mich mal darum bemüht den originalen Linux Treiber von Nvidia in der Version 295.20 zu installieren. Geht auch SEHR einfach. Nach zwei Tagen, nachdem mich Chakra mal fragte ob ich ein update einspielen möchte, und ich aus Leichtsinn einfach alles abgenickt hatte, startete KDE nicht mehr. Was ich damals noch nicht wusste war, dass wenn es einen neuen Kernel gibt, der Grafikkartentreiber auch neu erstellt werden muss. Also, aus lauter Frust suchte ich mir wieder einen andere Distribution.

Sabayon Linux

Via DistroWatch bin ich dann auf dem Projekt Sabayon Linux gelandet. Wahrscheinlich fand ich einfach den Printscreen auf der Infoseite von DistroWatch cool. Zudem ist Sabayon, wenn ich mich recht erinnere, ein Half-Rolling-Release. Nicht brandaktuell sondern ziemlich aktuell. Das weckte mein Interesse. Aber schlussendlich hatte ich auch mit dieser Distribution die selben Nachteile wie mit Chakra. Ich will mich einfach nicht mit dem Konfigurationsdateien rumschlagen. Ich will einfach nur ein Linux das so einfach zu konfigurieren ist wie ein Windows. Also ging die Suche weiter.

openSUSE

Aus ganz frühen Zeiten, dass muss so kurz um den Jahrtausendwechsel gewesen sein, kann ich mich noch erinnern, dass, damals noch SUSE, ein Tool namens YaST hatte. YaST ist quasi eine Eierlegende Wollmilchsau die so einiges macht was mich an den anderen Distributionen stört. Man kann fast alles damit konfigurieren. Somit habe ich meine Linux Distribution gefunden.

openSUSE 12.1.

openSUSE würde sogar ein Rolling-Release unterstützten. Das ist dann ein spezielles Repo mit dem Namen Tumbleweed. Diesen Versuch habe ich auch noch gemacht. Aber auch hier, ich musste es sein lassen. Grund war wieder einmal der Grafikkartentreiber. Unter dem Kernel 3.2 will der noch nicht. Hilfe dazu habe ich leider keine gefunden. Bis auf den Kernel 3.2 war mein System so oder so irgend wie sehr viel aktueller als mit Tumbleweed. Von den ca. 60 Anpassungen wollten 44 ein Downgrade machen. Hab ich sein lassen.

Es gibt bei openSUSE so viele Repos die man nutzen kann, dass das System quasi schon ein Rolling-Release ist.

Also, wer ein Linux sucht das sehr aktuell ist, wo man nicht alles in den Konfigurationsdateien anpassen muss, dass einfach zu installieren ist und einem trotzdem alle Freiheiten lässt, der ist bei openSUSE genau richtig.

  3 Responses to “Linux”

Comments (2) Pingbacks (1)
  1. Hallo, finde dein Bericht sehr gut, danke. Welches Desktol verwendest du unter Opensuse. Hast du ev. Ein Tip für mich, habe gerade einen neuen PC gebaut i7 3.6Ghz x 8 mit 16GB RAM. Mit Win7 läufts Oltimal, aber Linux hatt extrem lang beim Start. Gruss aus Neuhausen Werner

  2. In zwischen bin ich wieder bei Windows. Habe den Anschluss im Büro verloren. Suse habe ich nie verwendet. Ich habe gut ein Jahr mit Ubuntu gearbeitet.

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